Private Krankenversicherung für Selbstständige

Unternehmerisch frei. Auch bei Ihrer Krankenversicherung?

Mit der Selbstständigkeit übernehmen Sie die Verantwortung für Ihre berufliche und finanzielle Zukunft. Dazu gehört auch die Entscheidung, wie Sie Ihre eigene Gesundheitsversorgung absichern möchten.

Anders als bei Angestellten ist der Zugang zur privaten Krankenversicherung für hauptberuflich Selbstständige grundsätzlich nicht an eine bestimmte Einkommensgrenze gebunden.

Doch welche Unterschiede bestehen zwischen den beiden Systemen und worauf sollten Sie besonders achten?

Welche Möglichkeiten haben Sie?

Als hauptberuflich Selbstständiger können Sie sich grundsätzlich privat krankenversichern oder unter den entsprechenden Voraussetzungen freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben.

Die Beiträge werden dabei unterschiedlich berechnet:

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Die Beitragshöhe orientiert sich an Ihren beitragspflichtigen Einnahmen. Dabei gelten sowohl eine Mindestbemessungsgrundlage als auch eine Beitragsbemessungsgrenze.

Private Krankenversicherung (PKV)

Der Beitrag richtet sich unter anderem nach Ihrem Eintrittsalter, Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss und dem gewählten Leistungsumfang - nicht unmittelbar nach Ihrem monatlichen Gewinn.

Was sollten Selbstständige besonders beachten?

  • Die Beiträge tragen Sie selbst

    Anders als klassische Arbeitnehmer erhalten hauptberuflich Selbstständige in der Regel keinen Arbeitgeberzuschuss. Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung müssen daher vollständig in Ihrer persönlichen Finanzplanung berücksichtigt werden.

  • Ihr Einkommen muss abgesichert sein

    Was passiert, wenn Sie mehrere Wochen oder Monate nicht arbeiten können?

    Während angestellte Arbeitnehmer zunächst Anspruch auf Entgeltfortzahlung haben, müssen Selbstständige Ihre Einkommensabsicherung eigenständig organisieren.

    In der PKV kann hierfür ein Krankentagegeld vereinbart werden. Auch in der GKV sind entsprechende Absicherungsmöglichkeiten unter bestimmten Voraussetzungen wählbar.

  • Ihre Familie spielt eine wichtige Rolle

    In der PKV benötigt grundsätzlich jedes versicherte Familienmitglied einen eigenen beitragspflichtigen Versicherungsschutz.

    Ob für Ehepartner oder Kinder alternativ eine beitragsfreie gesetzliche Familienversicherung möglich ist, hängt von der jeweiligen familiären und finanziellen Konstellation ab.

  • Schwankende Einnahmen verändern nicht automatisch Ihren PKV-Beitrag

    Während sich die GKV-Beiträge grundsätzlich an den beitragspflichtigen Einnahmen orientieren, bleibt der PKV-Beitrag unabhängig von kurzfristigen Gewinnschwankungen bestehen. Beitragsanpassungen sind dennoch möglich.

Eine Entscheidung, die über den Geschäftsalltag hinausgeht

Die private Krankenversicherung kann Selbstständigen interessante Möglichkeiten bieten, ihren Versicherungsschutz individuell auszugestalten.

Allerdings sollte ein möglicher Wechsel nicht allein anhand der aktuellen Beitragshöhe beurteilt werden.

Auch die langfristige Finanzierbarkeit, mögliche Veränderungen der Selbstständigkeit und die persönliche Familienplanung gehören in diese Entscheidung.

Ein spätere Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist zudem an bestimmte gesetzliche Voraussetzungen gebunden und insbesondere ab dem 55. Lebensjahr häufig stark eingeschränkt.

Fazit

Die passende Krankenversicherung sollte nicht nur in wirtschaftlich erfolgreichen Monaten funktionieren, sondern auch dann, wenn sich Ihre persönlichen und unternehmerischen Rahmenbedingungen verändern.

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